England, Tagebuch 2er die auszogen, britisch zu werden

 

 

 

 

 

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10. January 2008 Leaving Britain

Mein Vater pflegte immer folgendes zu sagen: „Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt!“ Ich kann nur bestätigen, wie recht er damit hat. Er hatte zwar noch ein paar andere Sprüche auf Lager, so wie „Nachts ist es kälter als draußen!“ oder „Ich wollte immer und dann war die Wolle alle!“ aber darauf will ich nun nicht weiter eingehen.

Fakt ist jedenfalls, dass wir nun im kalten Monat Januar in einem überhitzten Pub in Reigate sitzen, zusammen mit all unseren Bekanntschaften der letzten vier Jahre. Es sind einige zusammen gekommen und wir sind traurig, dass es wieder einmal heißt Abschied zu nehmen. Vier Jahre London hat uns beide verändert, jeden auf seine eigene Art und Weise. Aber wir genossen das Leben auf der Insel, every single Minute!

Es gibt aber auch eine andere Seite in uns. Aufregung macht sich breit über die bevorstehende Veränderung. Veränderung die bedeutet, erneut in ein völlig anderes Land zu gehen, das wir bis heute geheim gehalten haben. In wenigen Tagen wird Ingo einen neuen Job in Zürich antreten und die Überraschung bei unseren Freunden ist nun groß. Ob wir in dem doch eigentlich deutschsprachigen Land alles verstehen  werden, lassen wir noch offen. Das müssen wir erst selbst noch heraus bekommen.

Ein letztes Mal trinken wir warmes Bier, ein „cheers“ hallt durch die Räume und wir drücken uns in den Armen bis uns die Luft wegbleibt. A „big thank you“ an eine wahnsinnig tolle Zeit in England!

Die Schweiz ruft. Aber noch ruft sie in Hochdeutsch. Bei unseren Freunden Beat und Barbara haben wir 100 Tage Schonfrist. Beat versprach uns, in der ersten Zeit kein Schweizerdeutsch mit uns zu sprechen. Das sollen wir langsam und gemütlich - nach Schweizer Mentalität - in Zürich erlernen, rät er uns. Wir fragen uns, was das Klischee des typischen Schweizer ist. Käsefondue essen? Jodeln? Ski fahren? Wir werden es herausfinden.

Auf jeden Fall können wir bestätigen, dass eine riesige Hilfsbereitschaft in den Schweizer Herzen steckt. Ohne Beat und Barbara hätten wir erheblich mehr Schwierigkeiten mit der „Übersiedlung“ gehabt. Ob es darum ging, uns und die Mopeds mit dem Transporter von Lugano abzuholen, weil wir dort dummerweise eingeschneit waren oder einen Lagerraum für unsere Möbel zu finden. Es war alles selbstverständlich und komplikationslos.

Von den unzähligen Malen, die wir bei den beiden im Arbeitszimmer übernachten durften, da wir „mal wieder auf der Durchreise“ waren, ganz zu schweigen. Barbara ist ein Engel, die exakt bissfeste Spagetti kocht mit soviel Parmesankäse, dass sogar Ingo etwas übrig lässt. Wir wissen die Hilfe sehr zu schätzen und senden hiermit ein dickes „Märssi“ an unsere Schweizer Freunde.