England, Tagebuch 2er die auszogen, britisch zu werden

 

 

 

  zurück

 

 

 

 

 

 

 

zurück

 

 

 

 

                    

 

20. Oktober 2004 Vom Golfen zum Alkohol

Wir wohnen ja nun in England und wollen uns durchaus auch den englischen Gewohnheiten anpassen. Und hier spielen fast alle Golf. Nahezu jeder. Vom Schuljungen angefangen. Und wir seit neuestem auch! Zumindest probieren wir es. Einmal die Woche, für eine Stunde. Mike, unser Lehrer, verzweifelt schon langsam. Jedenfalls an mir. Ich soll mal zwei schöne Pints Bitter vor dem Kurs trinken, hat er mir letzte Stunde empfohlen, um ein bisschen „entspannter“ zu werden, wie er sich ausdrückte. Ich schaffe es einfach nicht, den Ball weiter als 40 Meter schlagen. Egal wie viel Schwung ich hole, er fliegt nicht richtig. Okay, meint er gestern zu mir, warst Du heute wütend auf jemanden? Nein, ich hatte einen sehr angenehmen Tag, danke der Nachfrage. Well, vielleicht eine nervige Situation in der Arbeit? Beim Einkaufen? Beim Autofahren? Gestern vielleicht? Letzte Woche? Nein, ehrlich, mir geht’s gut. Thank you!

Dann sei jetzt wütend auf mich, denn ich will jetzt, dass Du maximal ausholst und mit aller Kraft auf den Ball einschlägst! Ich richte also den Schläger drohend auf Mike, weil er ja will, dass ich wütend auf ihn bin. Das allerdings findet er gar nicht witzig. So einen schweren Golfschläger abzubekommen ist bestimmt schmerzhaft. Gut, mit aller Kraft schlage ich also auf diesen weiße kleine Kugel und siehe da, sie fliegt 45 Meter. Toll! Ich bin stolz wie Oskar während Mike sich kopfschüttelnd umdreht und einen Lachanfall bekommt. Ich für mich habe entschieden, dass Golf nicht mein Sport ist. Ich bleibe beim Laufen und Schwimmen. Da gibt’s wenigstens keine Voraussetzung, schlecht gelaunt zu sein, um vorwärts zu kommen...