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England, Tagebuch 2er die auszogen, britisch zu werden |
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15. August 2004 Augen zu und rein damit! Was soll ich sagen, es gehört einfach dazu! Alle tun es! Zuhause oder auf offener Straße. Im Gehen, im Sitzen, im Stehen. Ans Herz gelegt wurde es uns schon längst von verschiedenen Seiten. Bisher konnten wir uns immer noch davor drücken. Bis vor einer Woche, als wir Besuch aus Buttenheim von Alex und Micha bekamen. Dies soll keine Entschuldigung sein, dass wir „es“ nun auch getan haben. Wir tragen die volle Verantwortung, denn wir haben die beiden ohne Umschweife gefragt. Die Antwort in fränkischer Mundart kam prompt und direkt: „No frailich, wemma scho mol do sän!“ Ein kleiner Laden am Straßenrand, nicht größer als früher der von Tante Emma. Nichts sagend. Unauffällig. Der Einblick in das Innere wird uns von Unmengen verschwitzter Rücken verweigert. Dicht an dicht lehnen deren Besitzer an der Ladenscheibe. Geduldig, ohne Gedrängel, so wie es sich für Engländer gehört, warten sie auf die Ausgabe ihrer Bestellung. Ein freundliches „Excuse me!“ und ich quetsche mich an den Menschenbergen vorbei. Eine Wand aus Fett und Qualm begrüßt mich noch vor dem jungen Mädchen hinter der Theke. Die spindeldürre Mittezwanzigerin erkundigt sich mit ausdruckslosem Gesicht nach meinen Wünschen. Ich versuche, genauso desinteressiert drein zu schauen, als ich Ihr meinen Essensauftrag über den Tisch gebe. Viermal Blue-Cod, dreimal Pommes, please! Ob ihre schneeweiße Gesichtshaut von der ungesunden Arbeitsumgebung kommt? Im drei Minuten Takt werden Fischfilets paniert, ins Öl geworfen und anschließend zum Abtropfen ausgebreitet. Berge von fettigen Pommes liegen in Metallschüsseln, warten darauf, mit Salz und Essig „verfeinert“ zu werden.
Im verblassenden Licht des Spätnachmittages strahlt die tief stehende Sonne ihr orangefarbenes Licht über den beginnenden North Downs Wanderweg. Magenknurren macht sich breit und in hungriger Vorfreude packen wir unsere dampfenden Zeitungsbündel aus. Ungläubig hält Alex ihr Riesen-Fisch-Filet in den Händen. „Wie soll ich das denn essen?“ Mit unserer Einweisungstechnik „Jeder wie er will, Gabeln gibt’s keine!“ kann sie nicht wirklich viel anfangen. Micha macht’s richtig, Fisch in die eine Hand, Pommes in die andere und los geht’s. Nach etwa der Hälfte beginnt die Stöhnerei, wie fettig doch alles sei und nach drei Viertel gibt Alex auf. Ingos Mundwinkel verziehen sich unwillig, als er die letzten Reste der lauwarmen Pommes durch seine fettigen Lippen gleiten lässt. Seine Hände sind bis zu den Handgelenken mit einer glänzenden Ölschicht überzogen. Morgen gibt’s Gemüseeintopf! Und wann kommt der nächste Besuch aus Deutschland???
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